Donnerstag, 17. März 2011

Rabaçal

Ein Mietwagen, der eine Dreiviertelstunde zu früh geliefert wird... mal etwas anderes aber immerhin waren wir schon seit 5 Minuten wach. Das Auto übertraf unsere Erwartungen glücklicherweise und so sind wir früh in die Gebirge Madeiras nach Rabaçal aufgebrochen. Ich wollte nämlich zum Lagoa do Vento. Wie man genau zu diesem Bergsee kommt, konnte ich zwar vorher nicht ganz rausfinden, aber dass er irgendwo bei Rabaçal liegt... soviel wusste ich.
Auf dem Weg dorthin sind uns ein paar Verkehrshindernisse begegnet. Abgesehen davon und von der tollen Aussicht war die Fahrt eher unspektakulär.


Am Parkplatz angekommen mussten wir dann den Berg bis nach Rabaçal, wo die Levadas beginnen, zu Fuß herunterlaufen.


Dann machten wir uns zunächst auf den Weg entlang des Levadas zum Risco-Wasserfall... irgendwo dort musste auch der Lagoa do Vento sein. Der Weg führt durch einen tollen grünen Märchenwald - immer mit Aussicht auf die umliegenden Berge.




Beim Wasserfall angekommen ging uns dann das Licht auf, dass der Lagoa do Vento leider dort oben war, wo der Wasserfall herkommt... aber wie dort hinkommen? Von hier aus unmöglich.


Also beschlossen wir zunächst noch den Märchenwald weiter zu erkunden und eine zweite Levadatour abzuschließen, die in der Nähe verläuft. Die Wanderung zu den 25 Fontes.




Wieder ein Fall für wasserdichte Schuhe..


Und ein schönes Ziel. So sieht es bei den 25 Fontes aus:


Zumindest wenn man sich an den 250 Touristen vorbeigekämpft hat. Wir hatten das Gefühl, dass die Amtssprache an den Levadas eher Deutsch ist als alles andere und haben es uns auf dem Rückweg zur Aufgabe gemacht Levada-Überholtechniken zu entwickeln, weil wir es irgendwie eiliger hatten als die anderen. :)


Als wir dann den Lagoa do Vento schon aufgegeben hatten und wieder oben beim Parkplatz waren, kam uns der Gedanke mal bei einem nahe gelegenen Café, das freundlicherweise einen Werbeflyer an unserem Mietwagen platziert hatte, nach dem Weg zu fragen. Die Leute dort schickten uns unglücklicherweise zurück nach Rabaçal um uns dort nach dem Beginn des Weges zu erkundigen. Dieser sei nämlich leider nicht ausgeschildert und schwer zu finden.
Zurück am Parkplatz fragten wir also den Minibusfahrer, der die einzige Möglichkeit darstellt, den Weg nach Rabaçal ohne laufen zu überwinden und der einzige schien, der uns bei unserer Mission weiterhelfen konnte, ob er uns zeigen könne wo der Eingang liegt. Er war ziemlich besorgt um uns und meinte es sei schon zu spät um diesen Weg zu beginnen. Dann jedoch bot er uns an uns kostenlos mit herunter zu nehmen und uns den Eingang zum Pfad zu zeigen. Während der Fahrt erzählte er uns, dass jedes Jahr 4-5 Leute an den Levadas sterben und wir bloß vorsichtig gehen sollten, da der Weg unbefestigt ist und direkt am Abhang verläuft. Eile sei niemals gut.
Plötzlich hielt er dann Mitten auf der Strecke nach Rabaçal an, erklärte uns nochmal in welche Richtung wir an welcher Weggabelung laufen sollten und meinte hier wäre nun der Startpunkt. Er würde an späterer Stelle auch mehr aussehen wie ein Weg:


Dort oben ging es also los. Wir stellten fest, dass es sehr schwer ist, diesen Wanderpfad ohne Hilfe zu finden und freuten uns, dass wir es noch einmal versucht hatten. Unterwegs hatten wir den Spaß unseres Lebens dabei über Wasserfälle und Baumstämme zu wandern und waren die ganze Zeit lang völlig einsam unterwegs. Nach etwa 45min wurden wir dann mit dem Ziel unseres Ausflugs belohnt:

Einer von uns (nicht ich) stellte fest, dass man in diesem Bergsee auch baden kann, wenn man zum Eiszapfen erstarren möchte.


Und hier beginnt auch der Risco-Wasserfall. Den Levadawanderern unten konnten wir zuwinken. Vermutlich haben sie, wie es der Minibusfahrer formulierte, geglaubt wir möchten uns das Leben nehmen, denn einen gewissen Sicherheitsabstand verlangt der Ort durchaus.


Wir beenden den Tag als glückliche Wanderer und Touristen, die das Gefühl haben, heute einen der schönsten Orte der Welt gesehen zu haben.


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