Dienstag, 19. Oktober 2010

Hier, wo das Land endet und das Meer beginnt... (Oder: Sintra Teil 2)

(vgl. Blogeintrag bei Interesse mit diesem hier)

An diesem wunderbar sonnigen Herbstsonntag, sollte es uns so schwer wie möglich gemacht werden, nach Sintra aufzubrechen. Nachdem ich ewig auf Mary gewartet habe (Gründe: Frühstückshunger, zu viel spanische Mentalität, Kommunikationsprobleme und mit der Metro aneinander vorbeifahren) fand ich sie zerstreut auf dem Rossio umherlaufend endlich wieder. Nach ein bis zwei weiteren Komplikationen konnte es dann endlich losgehen.

In Sintra angekommen, wanderten wir zum Palácio Nacional de Sintra. Dieses mittelalterliche Bauwerk war seit Beginn der portugiesischen Unabhängigkeit eine königliche Residenz und steht noch heute bestens erhalten mit seinen beiden riesigen Schornsteinen inmitten von Sintra. Am Sonntag spart man sich auch hier die sieben Euro Eintritt und so konnten wir ihn ausgiebig und unbeschwert besichtigen. Der Reiseführer einer deutschen Reisegruppe, der wir uns zwischenzeitlich unbemerkt anschlossen um mehr zu erfahren, erklärte uns, dass es sich bei dem gleich folgenden Innenbild um einen Raum mit "unbezahlbarem" Kronleuchter aus Mailand und einem chinesischen Aquarium auf dem Tisch handelt. Auf jeder einzelnen Fliese in diesem Raum ist die Armillarsphäre abgebildet (siehe: hier), die man auch auf der portugiesischen Flagge findet. Sie war ein astronomisches Gerät und das Zeichen von König Manuel I. und erinnert stets an das Zeitalter der Entdeckungen. Soviel zum Geschichtsunterricht. :)

Palácio Nacional de Sintra:

Nach dem für mich zweiten Besuch in der Quinta da Regaleira (siehe: hier) hatten wir uns vorgenommen so weit wie in Europa mit dem Bus eben möglich in den Westen zu fahren. Auf dem Rückweg zum Bahnhof hatten wir aber noch viel Zeit und haben den Parque da Liberdade entdeckt. Dort ist die Fauna ebenso interessant wie die Flora und so entdeckt man verrückte neue Arten. ;)

Parque da Liberdade:

Letztendlich haben wir es dann noch zum Cabo da Roca geschafft. "Aqui... onde a terra se acaba e o mar começa" steht dort geschrieben: "Hier... wo das Land aufhört und das Meer beginnt." Das Zitat stammt von Luís de Camões, dem bekanntesten Dichter Portugals. Das Cabo da Roca ist der westlichste Punkt des europäischen Festlandes - und nicht nur das - es ist außerdem noch schön (als wir über den letzten Hügel gefahren sind, der die Sicht darauf verdeckt hatte, gingen also lauter laute "ooohs" durch den Bus). ;)
Wir sind den Berg ein bisschen weiter heruntergeklettert, bis keine Touristen mehr zu sehen waren und haben es uns auf einem Stein zwischen den Hottentottenfeigen gemütlich gemacht, bis kurz vor Sonnenuntergang. Die extreme Verbreitung dieser Pflanze dort, verschönert das Gebiet noch einmal deutlich, bedroht aber andere Pflanzenarten.



Am Ende des Tages waren wir sehr glücklich die Busfahrt zurück zum Bahnhof von Sintra überlebt zu haben, da der Busfahrer wirklich nicht zu stoppen war.. weder durch enge Straßen und zahlreiche Kurven, noch durch andere Autofahrer, drücken der "Stop-Taste" durch Fahrgäste oder die vielen Bordsteinkanten, die er befahren hat. Ich habe mir also vorgenommen, mich nie wieder über verrückte Busfahrer in Trier zu beschweren. :)

Mary hat sich dann gestern auch auf den Weg zurück ins kalte Salamanca gemacht und nun werde ich mich in nächster Zeit noch mehr der portugiesischen Sprache und meinem Studium widmen.


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